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Pfarre Debant: Kunstvolles Geschenk eingeweiht

Bischof Manfred Scheuer zelebrierte die Hl. Messe am Pfingstsonntag und weihte die Skulpturengruppe des Osttiroler Künstlers Lois Fasching im Altarraum der Kirche ein. 

In der Pfarre Debant gab es am Abend des Pfingstsonntag 2017 gleich mehrere Gründe zur Freude: 2017 jährt sich die Erhebung zum Pfarrvikariat zum 50. Mal. Rechtzeitig zum Jubiläum „50 Jahre Pfarre Debant“ konnte auch die Renovierung des Kircheninneren abgeschlossen werden – und außerdem wurde die Pfarrgemeinde mit einem außergewöhnlichen Geschenk, einem Kunstwerk des Dölsacher Bildhauermeisters Lois Fasching, bedacht. 

Wie es dazu gekommen ist, dass im Altarraum der Debanter Pfarrkirche nun ein fünf Meter breites und zwei Meter hohes sechsteiliges Skulpturenensemble aus Holz, von Lois Fasching in der für ihn so typischen und unvergleichlichen Art und Weise gestaltet, die Blicke auf sich zieht, erklärten die Festredner, unter ihnen der Tiroler Landtagspräsident Herwig van Staa, Andreas Pfurner, Bürgermeister der Marktgemeinde Nußdorf-Debant, Pfarrökonom Gustl Seiwald und Pfarrkuratorin Maria Pranger, im Anschluss an die Hl. Messe. Diese zelebrierte der ehemalige Tiroler Diözesanbischof Manfred Scheuer, seit Jänner 2016 Bischof der Diözese Linz, gemeinsam mit dem Debanter Pfarrer Bruno Decristofero, dem Nußdorfer Pfarrer Otto Großgasteiger und dem Lienzer Dekan Bernhard Kranebitter.

Für Manfred Scheuer, den hohen geistlichen Würdenträger, war ursprünglich auch das Erinnerungszeichen gedacht, das das Land Tirol als Dank für das langjährige Wirken des Bischofs in der Diözese Innsbruck setzen wollte. Der für seine Spiritualität und Bescheidenheit bekannte Bischof äußerte aber den Wunsch, dass dieses Erinnerungsstück einem modernen Gotteshaus im ländlichen Bereich zugute kommt. Über Vermittlung des Leiters des bischöflichen Bauamtes, Klaus Lechner, und des Diözesankonservators Rudolf Silberberger wurde dafür die Pfarrkirche Debant vorgeschlagen – eine Heilig-Geist-Kirche mit einem modernen Kreuzweg des Künstlers Lois Fasching. Und so war es naheliegend, dass der Dölsacher Bildhauermeister auch mit der Neugestaltung der Altarwand beauftragt wurde. Der Debanter Pfarrer Bruno Decristofero gab Lois Fasching dafür eine Textstelle aus dem Johannes-Evangelium „Empfangt den Hl. Geist“ (20,19-22) mit auf den Weg. Im Austausch mit Pfarrer, Pfarrgemeindeleitung, Diözesanadministrator und Diözesan-Bauamt entstanden erste Entwürfe und das Modell – und schließlich erfolgte die Umsetzung des 6-teiligen Skulpturenensembles in Form einer Kettensägearbeit in Lindenholz. 

Als ein „dauerhaftes Andenken an das Wirken des Bischofs“ bezeichnete Landtagspräsident Herwig van Staa die Arbeit Faschings. Der Vorsitzende der Tiroler Landesgedächtnisstiftung überbrachte die Grüße des Landeshauptmannes und hob die besondere Ausdruckskraft des Skulpturenensembles hervor. Die Christus-Darstellung, der seine Jünger anhaucht und ihnen sagt „Empfangt den Heiligen Geist“, stelle, so Van Staa, auch eine enge Verbindung zum Wahlspruch Manfred Scheuers „Spiritus vivificat“ („Der Geist macht lebendig“) her. Von einem großen Festtag, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen werde, sprach Bürgermeister Andreas Pfurner. „Das Kunstwerk passt ideal zu unserer Pfarrkirche. Ein herzliches Danke an den Bischof und an alle Beteiligten.“ 

Pfarrkuratorin Maria Pranger hob hervor, dass sich die Pfarre Debant über ein Geschenk freuen dürfe, dass eigentlich dem Bischof gehöre. „Wir danken Ihnen sehr dafür und freuen uns, dass Sie heute in die Debant gekommen sind, um das Kunstwerk zu segnen.“ Sie überreichte Bischof Scheuer eine „Lienz Rose“ und hoffte, ebenso wie Pfarrökonom Gustl Seiwald, dass Manfred Scheuer oft nach Nußdorf-Debant wiederkommen möge. Gustl Seiwald bedankte sich für das Kommen der Ehrengäste, unter ihnen LA Martin Mayerl und Dölsachs Bürgermeister Josef Mair, der Abordnungen von Schützen und Feuerwehr und für die große Anteilnahme aus der Pfarrgemeinde. Besonders freute sich Seiwald über die Anwesenheit des Künstlers und dessen Familie. „Wir freuen uns sehr über das neue Kunstwerk und sind froh, dass es aus Faschings Hand stammt. So bilden die Werke in der Kirche – der Kreuzweg und die Altarskulptur – eine Einheit“.

Im Anschluss an den musikalisch stimmungsvoll umrahmten Festgottesdienst fand vor der Kirche eine Agape statt. Nachdem der ursprünglich für 17.45 Uhr geplante Empfang am Kirchplatz buchstäblich „ins Wasser fiel“, wurde Bischof Scheuer im Anschluss an die Hl. Messe mit einer landesüblichen Salve der Schützen „geehrt“. Bei anregenden Gesprächen und kulinarischen Genüssen klang der Festtag gemütlich aus. 

(Osttirol Heute journal) 


Altargestaltung der Pfarrkirche Debant / Tirol

Notar

Holz Kettensägetechnik, gefasst H 140cm

Maria, Mutter Jesus

Maria, Lindenholz gefasst, Kettensägearbeit, Höhe 75 cm

L.H. Luis Durnwalder

Portrait Altlandeshauptman von Südtirol Luis Durnwalder. Zum 75. Geburtstag am 23. September 2016 als 7. Skulptur meiner Figurenserie über besondere Persönlichkeiten in der Tiroler Geschichte , von Reinhold Messner in Auftrag gegeben. In Holz, Kettensägetechnik, gefasst, Überlebensgroß





im Vordergrund Wolfgang Beldracchi malt Reinhold Messner für 3-Sat

Werk von Lois Fasching prominent im MMM platziert

Die Skulptur von Sepp Innerkofler, die der Dölsacher Künstler für das Messner Mountain Museum Firmian geschaffen hat, steht zentral in der Ausstellung „Gebirge im Krieg“.Andreas Hofer, Michael Gaismair, Oswald von Wolkenstein, Pfarrer Haspinger, Josef Speckbacher und Sepp Innerkofler – insgesamt sechs Skulpturen von Persönlichkeiten aus der Tiroler Geschichte hat der Osttiroler Bildhauer Lois Fasching im Auftrag von Bergsteiger-Legende Reinhold Messner mit seiner Kettensäge für die Ringmauer von Schloss Sigmundskron in Bozen geschaffen, das auch das Messner Mountain Museum (MMM) Firmian beherbergt. Entstanden sind die sechs Werke in den Jahren 2009 bis 2011.Die 230 cm hohe Skulptur des Sextener Bergführers, Gastwirtes und Standschützen Sepp Innerkofler stellte Ausstellungskuratorin Dr. Agathe Fischnaller als zentrale Figur der heurigen Ausstellung „Gebirge im Krieg 1915/2015″ in den Vordergrund. Sepp Innerkofler spielte zu Beginn des Gebirgskrieges in den Dolomiten eine bedeutende Rolle, weil er versuchte, den von den Alpini besetzten Gipfel des Paternkofels mit einer von ihm zusammengestellten Gruppe von Bergführern zurückzuerobern. Innerkofler fiel am 4. Juli 1915 am Paternkofel und wurde zum Mythos.

Lois Fasching zur historischen Figur Sepp Innerkofler:
„Der Sepp Innerkofler ist so lange in meinem Kopf wie der I. Weltkrieg selber. Die Erzählungen meiner Großmutter, als ich noch ein Kind warließen ein idealisiertes Bild in mir entstehen – da der gute Kaiser mit seinen braven Soldaten, dort die bösen ,Walschen‘. Aus ihrer Sicht völlig logisch, ihre Informationen kamen nur von einer Seite. Der Wissensstand heute lässt mich die Dinge sehr viel differenzierter sehen und das Schicksal des Sepp Innerkofler als Opfer einer katastrophalen Führungsstruktur der österreichischen Armee erkennen. Auf jeden Fall lieferte er mir Stoff für eine Skulptur, in der ich mit sparsamen Attributen eine ganze Geschichte erzählen kann, nämlich die der Dolomitenfront im I. Weltkrieg. Mein ganzer Respekt gegenüber diesem Mann und natürlich gegenüber all diesen armen Teufeln, ob sie nun umkamen oder weiterlebten. Ich bin Reinhold Messner dankbar für den Vorschlag, diesen Mann im Skulpturenzyklus für sein Museum auf Sigmundskron einzubauen.“

Reinhold Messner thematisiert in der Ausstellung neben dem drei Jahre dauernden Stellungskrieg in den Dolomiten und am Ortler auch den dreißig Jahre langen Krieg zwischen Indien und Pakistan am Siachen-Gletscher im Karakorum.

Die Ausstellung läuft bis 8. November 2015 und ist täglich außer Donnerstag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Text: Raimund Mühlburger (Osttirol Journal), Fotos: MMM

Der Dölsacher Bildhauer Lois Fasching mit Ausstellungskuratorin Dr. Agathe Fischnaller und der Skulptur von Sepp Innerkofler im großen Ausstellungsraum von Schloss Sigmundskron
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